Nachdem wir am 19.03. erst spät Amed/Diyarbarkir erreichten, nahmen wir uns ein Hotelzimmer um uns von dem stressigen Tag zu erholen und unser Schlafdefizit auszugleichen. So wurden wir am nächsten Morgen von strahlendem Sonnenschein geweckt, noch bevor uns der Wecker aus dem Schlaf reißen konnte. Eine angenehme Abwechslung zu den vergangenen Tagen. Nach einem stärkenden Frühstück begangen wir den Tag mit einem Chai auf der Stadtmauer von Amed. Die äußere Stadtmauer ist in etwa 5700 Meter lang und hat 82 Türme, die der römische Kaiser Constantinus II. erbauen ließ. Auf diesen historischen Mauern ergab sich für einige von uns die Möglichkeit spontan mit anderen jungen Menschen singend und tanzend sich auf das morgige große Newroz Fest einzustimmen.
Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Besuch auf dem Bazar und Spaziergängen durch die Stadt bei angenehmen frühsommerlichen Temperaturen. An jeder Ecke ist die Vorfreude für den morgigen Tag zu spüren. Große Reisebusse mit lauten Musikanlagen fahren durch die Straßen, viele Menschen sind von weit her angereist und überall sind die kurdischen Farben rot, gelb und grün zu sehen.
Am Abend trafen wir schließlich Vertreter_innen der kurdischen Jugend in einem sozialem Zentrum in einem von Hochhäusern dominierten Stadtteil in Amed. Das Zentrum wird von Jugendlichen zwischen 15 und 32 Jahren genutzt und wird von der BDP-Stadtverwaltung finanziert. Jedoch verwalten die Jugendlichen das Zentrum vollkommen autonom und bekommen keine Anweisungen. Ein großes Problem stellt in Amed die Drogenabhängigkeit von Jugendlichen dar. Dabei gehen viele davon aus, dass die Polizei ein großes Interesse daran hat, dass junge Menschen Drogen nehmen, damit sie sich nicht politisch engagieren. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Polizei den Drogenkonsum aktiv vorantreibt. Gegen diese und andere Formen der Unterdrückung wehrt sich die Jugendbewegung. Die Jugend und die Frauen gelten als die Vorreiter_innen in der kurdischen Befreiungsbewegung. Als Beispiel zitierte die junge Genossin aus einer aktuellen Zeitung Öcalan: „für mich ist die Freiheit der Frau viel wichtiger als das Vaterland, die Erde und der Reichtum“.
Das vollständige Interview mit Genoss_innen aus dem Jugendzentrum folgt in Kürze.







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