Informationsveranstaltungen zur kurdischen Befreiungsbewegung und den diesjährigen Newroz-Feiern

21.05.  Wismar, 18.30 Uhr
Tikocigalpa, Dr.-Leber-Str. 38
Mit Unterstützung der RLS

22.05. Schwerin, 19 Uhr
Komplex Schwerin, Pfaffenstr. 4
Mit Unterstützung der RLS

Aktivist_innen berichten von ihrer Reise in den türkisch-besetzten Teil Kurdistans und geben einen Einblick in die Hintergründe des Konflikts, dessen Verlauf und die aktuelle Situation Die kurdische Befreiungsbewegung befindet sich an einem historisch wichtigen und kritischen Punkt. Die seit Ende letzten Jahres angelaufenen Friedensgespräche mit Vertreter_innen des türkischen Staates haben mit der Botschaft Abdullah Öcalans während der zentralen Demonstration und Newrozfeier in Amed/Diyarbakir am 21. März wieder Aufwind bekommen. Seit der Rede Öcalans, wo dieser die Wichtigkeit des Friedensprozesses und des Dialogs mit der türkischen Regierung betonte, zieht sich die Guerilla zurück und die Hoffnung auf einen nahen Frieden wird immer größer.

Am 21. März wird Newroz, das Neujahrs- und Widerstandsfest gefeiert. Dabei steht das Fest seit Jahren auch im Zeichen des politischen Kampfes. Immer wieder hat der türkische Staat auf brutalste Weise versucht die Feierlichkeiten zu verbieten und zu verhindern.

Mit der Staatsgründung der Türkei und dessen Vorstellung von „einer Nation“ und „einem Volk“ war für die kurdische Bevölkerung kein Platz in diesem nationalistischen Konstrukt. Die kurdische Sprache, kurdische Feste und Gebräuche wurden verboten und deren Ausübung mit härtester Repression verfolgt. Tausende Kurd_innen, die sich gegen die Assimilierungspolitk der Türkei zu Wehr setzten, wurden inhaftiert, gefoltert oder verschleppt.

Der anhaltende Widerstand der kurdischen Bevölkerung ist kennzeichnend für den bis heute andauernden Konflikt. Obwohl die Befreiung der Kurd_innen stets oberstes Ziel dieser Bewegung war, waren Formen und Umsetzung jedoch stets im Wandel begriffen. So versucht die Bewegung in den letzten 10 Jahren das Konzept der demokratischen Autonomie umzusetzen. Dabei geht es nicht mehr um die Gründung eines eigenen Staates, sondern darum sich innerhalb der gegebenen Staatsgrenzen demokratisch selbst zu verwalten. Es wurde mit dem Aufbau von Volks- und Frauenräten zur basisdemokratischen Selbstverwaltung begonnen und verschiedene Strukturen für das soziale Zusammenleben und die wirtschaftliche Versorgung aufgebaut. So entstanden diverse Kulturzentren, Frauenhäuser, sich selbstversorgende Kommunen sowie Frauenkooperativen.

Eine Delegation von Aktivist_innen war zu den diesjährigen Newrozfeiern vor Ort um die Geschehnisse zu dokumentieren und Gespräche mit der Bewegung und Bevölkerung zu führen.